Einfluss des Ernährungszustands auf die Wirksamkeit von Schmerzpflastern
Anfrage
Welchen Einfluss hat der Ernährungszustand auf die Schmerzintensität bei Patient*innen, die eine analgetische Behandlung mit transdermalen Schmerzpflastern erhalten?
Ergebnisse
Studien
Unsere systematische Literaturrecherche in vier DatenbankenDatenbanken sind strukturierte Sammlungen von Informationen oder Daten. Im Kontext von Gesundheitswissenschaften wird häufig zwischen Volldatenbanken, datenbankspezifischen Suchmaschinen, Meta-Suchmaschinen und unspezifischen Suchmaschinen unterschieden. Weitere Informationen dazu können z. B. auf der Website zu finden sein. (8) identifizierte fünf Kohortenstudien, die den Einfluss des Ernährungszustandes bzw. Body-Mass-Index (BMI) auf die WirksamkeitWirksamkeit (effectiveness, efficacy) allgemein das Ausmaß, in dem sich eine Intervention, Prozedur, Dienstleistung oder sonstige Maßnahme auf definierte Populationen auswirkt. (3) von Fentanyl-Schmerzpflastern bei Patient*innen mit unterschiedlichen onkologischen Erkrankungen untersuchten. Das Bias-Risiko stuften wir in einer Studie als moderat und in vier Studien als hoch ein. Die Studien zeigten widersprüchliche Ergebnisse.
Schmerzintensität drei Tage nach Schmerzpflaster-Applikation
Eine prospektive Kohortenstudien (n=20) mit hohem Bias-Risiko ergab, dass die Schmerzintensität, gemessen mittels visueller Analogskala (VAS, 0 mm=kein Schmerz, bis 100 mm=stärkster Schmerz), drei Tage nach Schmerzpflaster-Applikation in der Gruppe mit kachektischen Patient*innen und in der Gruppe mit normalgewichtigen Patient*innen ähnlich ausgeprägt war (Mittlere Differenz [MD]: -4,00 mm; 95% KonfidenzintervallKonfidenzintervall (confidence intervall) Bereich, in dem der „wahre“ Wert einer Messung (Effektgröße) mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann (üblicherweise 95%-Konfidenzintervall). Die Effektgröße kann dabei z.B. ein Therapieeffekt, ein Risiko oder die Sensitivität eines diagnostischen Tests sein. Das Konfidenzintervall beschreibt die Unsicherheit über die Zuverlässigkeit der Aussage zur Effektgröße. Die Breite des Konfidenzintervalls (KI) hängt u.a. von der Zahl der in die Studie eingeschlossenen Patient*innen ab und wird mit zunehmender Patient*innenzahl enger, d. h. die Effektgröße kann präziser geschätzt werden. (7) [KI]: -26,2 bis 18,2). Eine retrospektive KohortenstudieKohortenstudie (cohort study) Vergleichende Beobachtungsstudie, in der Personen (Kohorte) mit bzw. ohne eine Intervention / Exposition (zu der sie nicht von dem Studienarzt zugeteilt wurden) über einen definierten Zeitraum beobachtet werden, um Unterschiede im Auftreten der Zielerkrankung festzustellen. Kohortenstudien können prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden. (7) (n=92) mit hohem Bias-Risiko berichtet hingegen an Tag drei nach Auftragen eines Fentanyl-Schmerzpflasters bei mangelernährten Patient*innen eine statistisch signifikant höhere Schmerzintensität (VAS, 0=kein Schmerz, bis 10=stärkster Schmerz) als bei normalernährten Patient*innen (MD: 1,16 Punkte; 95% KI: 0,76 bis 1,56). Unser Vertrauen in das Ergebnis ist niedrig.
Schmerzintensität sieben Tage nach Schmerzpflaster-Applikation
Eine retrospektive KohortenstudieKohortenstudie (cohort study) Vergleichende Beobachtungsstudie, in der Personen (Kohorte) mit bzw. ohne eine Intervention / Exposition (zu der sie nicht von dem Studienarzt zugeteilt wurden) über einen definierten Zeitraum beobachtet werden, um Unterschiede im Auftreten der Zielerkrankung festzustellen. Kohortenstudien können prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden. (7) (n=213) mit moderatem Bias-Risiko untersuchte Prädiktoren einer wirksamen Schmerzkontrolle in den ersten sieben Tagen nach Umstellung von einem oralen Opioid auf Fentanyl-Schmerzpflaster. Ein höherer BMI war mit einer niedrigeren WahrscheinlichkeitWahrscheinlichkeit (probability) wird als das Verhältnis bestimmter Ereignisse zur Anzahl aller möglichen Ereignisse bezeichnet. Grundsätzlich geht man davon aus, dass jedes Ereignis die gleiche Eintrittswahrscheinlichkeit hat. Diese Definition ist die Grundlage der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie, an der sich die Inferenzstatistik orientiert. (3) für eine ausreichende Schmerzkontrolle assoziiert (OR: 0,82; 95% KI: 0,74 bis 0,92). Die KohortenstudieKohortenstudie (cohort study) Vergleichende Beobachtungsstudie, in der Personen (Kohorte) mit bzw. ohne eine Intervention / Exposition (zu der sie nicht von dem Studienarzt zugeteilt wurden) über einen definierten Zeitraum beobachtet werden, um Unterschiede im Auftreten der Zielerkrankung festzustellen. Kohortenstudien können prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden. (7) von Chiba et al. (n=77) untersuchte den Einfluss einer mit Krebs assoziierten Kachexie auf die WirksamkeitWirksamkeit (effectiveness, efficacy) allgemein das Ausmaß, in dem sich eine Intervention, Prozedur, Dienstleistung oder sonstige Maßnahme auf definierte Populationen auswirkt. (3) eines transdermalen Fentanyl-Schmerzpflasters. Die durchschnittliche Schmerzintensität (VAS, 0=kein Schmerz, bis 10=stärkster Schmerz) war am siebenten Tag nach erstmaliger Applikation des Fentanyl-Schmerzpflasters bei Patient*innen ohne und mit Kachexie ähnlich (MD: 0,45; 95% KI: -0,08 bis 0,98). Jedoch war sowohl die erforderliche Dosis an Fentanyl als auch die Variabilität der Schmerzintensität innerhalb von sieben Tagen in der Gruppe mit krebsassoziierter Kachexie statistisch signifikant größer als in der Gruppe ohne Krebskachexie. Unser Vertrauen in das Ergebnis ist niedrig.
Schmerzintensität 30 Tage nach Schmerzpflaster-Applikation
Eine retrospektive KohortenstudieKohortenstudie (cohort study) Vergleichende Beobachtungsstudie, in der Personen (Kohorte) mit bzw. ohne eine Intervention / Exposition (zu der sie nicht von dem Studienarzt zugeteilt wurden) über einen definierten Zeitraum beobachtet werden, um Unterschiede im Auftreten der Zielerkrankung festzustellen. Kohortenstudien können prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden. (7) (n=240) mit hohem Bias-Risiko analysierte aus Registerdaten den Zusammenhang von BMI, Fentanyl-Schmerzpflaster-Dosis, stärksten und geringsten Schmerzen (Brief Pain Inventory [BPI]: 0=kein Schmerz, bis 10=stärkster Schmerz) sowie prozentueller Schmerzlinderung. In einer univariaten Regressionsanalyse war die BMI-Kategorie <18,5 kg/m², unabhängig von der Fentanyl-Schmerzpflaster-Dosis, statistisch signifikant mit der prozentuellen Schmerzlinderung assoziiert (Korrelationskoeffizient r=0,15, 95% KI: 0,01 bis 0,29). Nach AdjustierungAdjustierung ein Verfahren, um den Einfluss des Risk of Bias in einer Analyse zu minimieren. Hierzu können unterschiedliche Methoden angewendet werden z. B. Stratifizierung, Regressionsanalyse oder Matching.(2) für Covariate blieb dieser Zusammenhang jedoch nicht weiter statistisch signifikant. Eine weitere KohortenstudieKohortenstudie (cohort study) Vergleichende Beobachtungsstudie, in der Personen (Kohorte) mit bzw. ohne eine Intervention / Exposition (zu der sie nicht von dem Studienarzt zugeteilt wurden) über einen definierten Zeitraum beobachtet werden, um Unterschiede im Auftreten der Zielerkrankung festzustellen. Kohortenstudien können prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden. (7) analysierte 52 von 92 Patient*innen, bei denen der Ernährungszustand sowie die Schmerzintensität mittels VAS (0=kein Schmerz, bis 10=stärkster Schmerz) nach 30 Tagen verfügbar waren. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Verschlechterung des Ernährungszustands mit einer erhöhten WahrscheinlichkeitWahrscheinlichkeit (probability) wird als das Verhältnis bestimmter Ereignisse zur Anzahl aller möglichen Ereignisse bezeichnet. Grundsätzlich geht man davon aus, dass jedes Ereignis die gleiche Eintrittswahrscheinlichkeit hat. Diese Definition ist die Grundlage der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie, an der sich die Inferenzstatistik orientiert. (3) für eine Zunahme der Schmerzen assoziiert ist (OR: 30,0; 95% KI: 4,48 bis 200,97). Unser Vertrauen in das Ergebnis ist niedrig.
Fazit
Die Evidenz zum Einfluss des Ernährungszustandes bzw. BMI auf die WirksamkeitWirksamkeit (effectiveness, efficacy) allgemein das Ausmaß, in dem sich eine Intervention, Prozedur, Dienstleistung oder sonstige Maßnahme auf definierte Populationen auswirkt. (3) transdermaler Opioid-Schmerzpflaster bei Patient*innen mit Krebs basiert überwiegend auf BeobachtungsstudienBeobachtungsstudien (observational studies) Da der Begriff „Beobachtung“ auf verschiedenste Weisen in Verwendung ist, wird vom Gebrauch des Begriffs abgeraten und eher den Terminus „Nicht randomisierte Interventionsstudien“ zu verwenden. (2) mit kleiner Stichprobengröße und inkonsistenten Ergebnissen. Ein Effekt von Mangelernährung oder Kachexie auf die Schmerzintensität konnte in den identifizierten Studien nicht konsistent gezeigt werden. Unser Vertrauen in das Ergebnis ist niedrig.
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