Einfluss von intermittierender Spülung auf Katheterokklusion bei Kindern
Anfrage
Welchen Einfluss hat eine intermittierende Spülung bei peripheren venösen Kathetern (PVC), zentralvenösen Kathetern (ZVK) oder peripher eingeführten zentralvenösen Kathetern (PICC) auf das Auftreten einer Katheterokklusion oder eines Blutrückstaus im Vergleich zu einer kontinuierlichen Infusion bei Neugeborenen und Kindern auf Intensivbettenstationen?
Ergebnisse
Studien
Wir identifizierten durch eine systematische Literaturrecherche eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT), die den Einfluss einer intermittierenden Spülung auf Katheterokklusion bei Neugeborenen untersuchte (1). Die in Kanada durchgeführte Studie inkludierte 95 Neugeborene mit einem Gestationsalter von 24 bis 42 Wochen und einem Gewicht von 640 bis 5 280 Gramm; rund die Hälfte war weiblich. Aufgrund der hohen Rate an Studienabbrecher*innen bewerteten wir die Studie mit einem hohen Bias-Risiko (VerzerrungsrisikoVerzerrungsrisiko (RoB; Risk of Bias) ist in allen Stadien von Studien im Gesundheitswesen möglich und kann das Ausmaß und die Richtung der Ergebnisse beeinflussen. Es gibt eine Vielzahl an möglichen Verzerrungsmöglichkeiten. Eine Liste an möglichen Bias und deren Erklärungen finden Sie hier: https://catalogofbias.org/about/. (2)). Zu ZVK und PICC bzw. zu Kathetern bei älteren Kindern konnten wir keine Studien identifizieren.
Katheterokklusion
Ein RCT mit 95 Neugeborenen und 238 PVC ergab, dass das Risiko für Katheterokklusion in PVC mit intermittierender Spülung höher war als bei PVC mit kontinuierlichen Infusionen (25,0 Prozent vs. 9,1 Prozent, Relatives RisikoRelatives Risiko (RR; risk ratio) beschreibt ein Effektmaß für dichotome Variablen. Das relative Risiko in einer Therapiestudie bezeichnet das Verhältnis zwischen dem Risiko in der experimentellen Gruppe und dem Risiko in der Kontrollgruppe. Ein relatives Risiko von 1 bedeutet, dass zwischen den Vergleichsgruppen kein Unterschied besteht. Bei ungünstigen Ereignissen zeigt ein RR < 1 , dass die experimentelle Intervention wirksam ist, um das Auftreten von ungünstigen Ereignissen zu senken. (7) [RR] 2,8; 95% KonfidenzintervallKonfidenzintervall (confidence intervall) Bereich, in dem der „wahre“ Wert einer Messung (Effektgröße) mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann (üblicherweise 95%-Konfidenzintervall). Die Effektgröße kann dabei z.B. ein Therapieeffekt, ein Risiko oder die Sensitivität eines diagnostischen Tests sein. Das Konfidenzintervall beschreibt die Unsicherheit über die Zuverlässigkeit der Aussage zur Effektgröße. Die Breite des Konfidenzintervalls (KI) hängt u.a. von der Zahl der in die Studie eingeschlossenen Patient*innen ab und wird mit zunehmender Patient*innenzahl enger, d. h. die Effektgröße kann präziser geschätzt werden. (7) [KI] 1,5 bis 5,1). Unser Vertrauen in das Ergebnis ist aufgrund des hohen Bias-Risikos und des kleinen Stichprobenumfangs unzureichend.
Blutrückstau
Wir konnten zu diesem EndpunktEndpunkt (outcome) ist das im Rahmen einer klinischen Studie erhobene Ergebnis (Outcome) für die Patient*innen im Verlauf der Studie. Oft werden in einer Studie verschiedene Endpunkte erhoben. Zumeist handelt es sich bei Endpunkten um Ereignisse, die eingetreten oder nicht eingetreten sind (zum Beispiel Herzinfarkte oder Tod) oder Ergebnisse auf einer kontinuierlichen Werteskale (zum Beispiel Höhe des Blutdrucks).(10) keine relevante Studie identifizieren.
Fazit
Die intermittierende Spülung von PVC bei Neugeborenen könnte das Risiko einer Katheterokklusion im Vergleich zu einer kontinuierlichen Infusion erhöhen. Das Vertrauen in das Ergebnis ist unzureichend. Neue Studien werden mit Sicherheit einen wichtigen Einfluss auf die Einschätzung der Intervention haben.
Ausführliche Beantwortung
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