Einfluss der Mindestlaufrate venöser Infusionen auf Katheterokklusion bei Kindern

Anfrage

Welchen Einfluss haben unterschiedliche Mindestlaufraten von Infusionen bei peripheren venösen Kathetern (PVC), zentralvenösen Kathetern (ZVK) oder peripher eingeführten zentralvenösen Kathetern (PICC) auf das Auftreten einer Katheterokklusion oder Blutrückstau bei Neugeborenen und Kindern auf Intensivbettenstationen?

Ergebnisse

Studien

Wir identifizierten durch eine systematische Literaturrecherche zwei retrospektive Kohortenstudien, die den Einfluss der Mindestlaufrate bei venösen Zugängen auf Katheterokklusion und Katheterkomplikationen untersuchten (1, 2). Eine Studie schloss Kinder in einem mittleren Alter von 28 Monaten mit ZVKs ein, während sich die andere Studie auf Säuglinge bis zum Alter von vier Monaten beschränkte und PVC-Komplikationen beschrieb. Wir bewerteten die Studien mit einem ernsten bzw. moderaten Bias-Risiko.

Katheterokklusion bei ZVKs

Eine Studie (1) mit 648 Kindern untersuchte die Häufigkeit von Okklusionen bei ZVKs bei unter-schiedlichen Mindestlaufraten. Während bei Kindern ohne kontinuierliche Infusionen in 14 Prozent der Fälle (12 von 86) Okklusionen auftraten, war die Häufigkeit bei einer Mindestlauf-rate unter 5 ml/h mit 25 Prozent (57 von 228) am höchsten. Bei Mindestlaufraten zwischen 5 und 10 ml/h oder mehr als 10 ml/h traten jeweils nur 10 Prozent Katheterokklusionen auf (9 von 93 bzw. 23 von 241). Im Vergleich zu keinen kontinuierlichen Infusionen kam es zu mehr Okklusio-nen bei Mindestlaufraten unter 5 ml/h (adjustierte Odds Ratio [aOR] 1,63; 95% Konfidenzintervall [KI] 0,78 bis 3,40) und zu weniger bei höheren Mindestlaufraten (5–10 ml/h: aOR 0,46, 95% KI 0,17 bis 1,24; ≥ 10 ml/h: aOR 0,45; 95% KI 0,20 bis 0,99). Unser Vertrauen in das Ergebnis ist niedrig bis unzureichend.

Katheterokklusion bei PVCs

Eine Studie (2) mit 103 Säuglingen mit insgesamt 315 PVCs zeigte ein höheres Risiko für Katheterkomplikationen, die auch Okklusion beinhalteten, mit steigender Mindestlaufrate (pro zunehmende Mindestlaufrate um 1 ml/h 17 Prozent höheres Risiko für Komplikationen aOR 1,17; 95% KI 1,03 bis 1,33). Unser Vertrauen in das Ergebnis ist unzureichend.

Fazit

Insgesamt zeigen sich widersprüchliche Ergebnisse, was das Risiko einer Katheterokklusion bei Kindern in Abhängigkeit von der Mindestlaufrate betrifft. Die Evidenz gibt Hinweise darauf, dass eine höhere Mindestlaufrate von kontinuierlichen Infusionen über ZVKs die Häufigkeit von Katheterokklusionen auf Kinderintensivstationen reduziert. Im Gegensatz dazu zeigt sich bei Säuglingen eine höhere Häufigkeit von Katheterkomplikationen wie Okklusionen mit steigender Mindestlaufrate von kontinuierlichen Infusionen über PVCs. Neue Studien werden einen wichtigen Einfluss auf die Einschätzung der Mindestlaufrate zur Vermeidung von Katheterokklusionen bei Kindern haben. Das Vertrauen in die Evidenz ist niedrig bis unzureichend.

 

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